Soundcrasher's Gedankenwelt

 

Gedankenwelt

 

Wertlose Musik:

Über die Problematik der illegalen Downloads will ich hier nicht klagen, da ich (bisher) nicht davon betroffen bin. Doch ich möchte über den Unterschied von gekaufter und geklauter Musik schreiben.

Wenn man jemanden fragt: "Wieviel Musik hast du?" und die Antwort lautet: "Ich habe 5.000 CDs!", so entlockt dies den meisten wohl ein anerkennendes "Oh!", denn für diese Medien wurde viel Geld ausgegeben, es wurde in der Wohnung/im Zimmer viel Platz eingeräumt und jedem, der davor steht, macht es sicher Spass, darin zu stöbern.

Stellt man die Frage jemand anderem, so kommt vielleicht die Antwort: "Ich habe 40.000 Files auf meiner Festplatte!". Auch hier wahrscheinlich ein anerkennendes "Oh!" ... doch dann folgt die weitere Überlegung: Wo hat er sie her? Wieviel von diesen Files ist wirklich gut? Wie findet man bei dieser Masse den Song, den man gerade sucht?

Die Anzahl der Songs - 5.000 CDs ergeben ungefähr 40.000 Files - ist ziemlich gleich, doch würde es dem Fragenden wirklich Spaß machen, sich durch diese Files zu wühlen? Anfangs wahrscheinlich schon, doch bald wäre es sehr ermüdend, jeden Filenamen - davon ausgehend, dass die Files vernünftig beschriftet worden sind - zu lesen; man liest nur noch quer; einige Filenamen bleiben hängen, andere interessante Songs überliest man.

Also: Wieviel Wert hat diese Musik auf der Festplatte gegenüber CDs oder Vinyl-Scheiben? Keines dieser Files kann man (manchmal ehrfürchtig) herausnehmen, sich das Booklet ansehen und denken: Wow! Diese Platte hat er?!

Und wie ist es mit dem Erinnerungswert? "Diese CD habe ich damals in den schönsten Stunden meines Lebens gehört!" oder "Diese CD hat mir damals über einen großen Verlust hinweg geholfen!" Können Files den selben Stellenwert haben, wenn sie doch jederzeit verschwinden können? Headcrash, Datenverlsut, unabsichtliches Löschen, ... eine CD oder Vinyl-Platte muss man da schon nehmen und eigenhändig in den Mülleimer werfen - doch wer tut das schon?

Vielleicht kann man das der jüngeren Generation (noch) nicht klar machen, vielleicht hänge ich auch einfach nur alten Zeiten nach (immerhin kann man heutzutage ja auch Files kaufen), trotzdem hoffe ich, verstanden worden zu sein: der Wert von Musik ist nicht nur das, was man an der Kasse zahlt, sondern auch das, was sie für den Käufer bedeutet; und ich bin der Meinung, dass ein File immer weniger Bedeutung haben wird, als ein Song auf einer CD.

Und als letztes noch was persönliches: wenn ich sage, dass ich bisher "nur" 9.000 Files auf der Platte habe (Stand 2008) und schräg angeguckt werde, dann sollte sich mein Gegenüber die Frage gestatten lassen, ob er zu seinen zig-tausend Files auch die Originale bei sich stehen hat.

In diesem Sinne: "Music Forever"

 

Konfliktpotential innerhalb der Szene:

Gibt es ein Konfliktpotential innerhalb der Szene? Nun, sicher nicht in dem Sinne, dass man aufeinander los geht. Das ist sicher eines der positivsten Eigenschaften der Szene: ihre Gewaltlosigkeit. Nein, das was ich meine ist unterschwelliger und - in irgendeiner Form - immer vorhanden gewesen.

Etwas, was heutzutage leider immer noch vorhanden ist, ist das Konkurrenzdenken a la "Ich bin mehr Goth als du!". Doch wer bestimmt das? Die, die von sich sagen, dass sie die wahren Goth sind! Doch wer hat wiederum ihnen geagt, das sie es sind? Nun, früher konnte ich diese elitäre Gehabe vielleicht noch verstehen, man wollte sich von der Masse abgrenzen, aber heute? Wo die Szene selbst zur "Massenbewegung" geworden ist? (Die Besucherzahlen des WGT oder des M'Era Luna sprechen eine eindeutige Sprache)

Ein Konflikt ist immerhin schon gelöst: Der Streit zwischen Electro-Anhängern und der Gitarren-Fraktion; diese Abgrenzung, die es Anfang der Neunziger gab, wurde zum Glück durch Bands wie Rammstein oder Oomph aufgehoben. Aber einen Konflikt scheint es immer noch zu geben: den Generationskonflikt.

Klar, diesen "Konflikt" gibt es immer, doch nirgendwo finde ich ihn deplazierter als in der "Schwarzen Szene". Warum regen  die älteren Goth's sich über die Cybers auf? Warum sind sie der Meinung, dies gehöre nicht zur Szene, nur weil sie bunte Neonbändchen tragen - und somit nicht mehr 100%ig schwarz sind? Eine Szene muss sich entwickeln und das ist hier der Fall! Wenn die Szene nur noch aus den Ü30ern bestehen soll, dann stirbt sie! Das möchte ich zu denken geben!

Ich möchte mit den Worten Darth Vader's enden: "Es gibt keinen Konflikt!", denn wir alle lieben die Szene - wir lieben sie in all ihren Facetten, sonst wäre sie uns zu langweilig!

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